Bildungsstandards Physik durch die Kultusministerkonferenz
Auf der Suche nach Möglichkeiten Aufgaben und deren Schwierigkeit einzuordnen habe ich heute die mir bereits bekannten Bildungsstandards Physik noch einmal durchgearbeitet und analysiert.
In meinen Augen lassen sich die Kompetenzbereiche Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung dem Ziel einer Aufgabenstellung zuordnen. Wählt man eine Aufgabe, so fördert sie den Kompetenzerwerb innerhalb der Bereiche. Durch die Anforderungsbereiche wird die Schwierigkeit der Kompetenzstufen differenziert.
Weiterhin heißt es in den Bildungsstandards:
“Inhalts- und handlungsbezogene Kompetenzen können nur gemeinsam und in Kontexten erworben werden.”
Kritisch gilt es da die beigefügten Beispielaufgaben zu bewerten, in denen meist nur ein Kompetenzbereich ausgewählt wurde.
Es scheint wohl nicht möglich den Anforderungsbereich (AB) 3 von Aufgaben im Internet, betrachtet wird eine Internetpräsenz losgelöst von Unterricht, angemessen abzudecken:
- Fachwissen: “Wissen transferieren und verknüpfen – Wissen auf teilweise unbekannte Kontexte anwenden, geeignete Sachverhalte auswählen.”
Meist sind die Internetlernangebote inhaltlich begrenzt, so dass ein Transfer unmöglich wird. Das alleinige Anwenden des Wissens auf einfache Kontexte wird mit dem Anforderungsbereich 2 abgedeckt. Die Bearbeitung unbekannte Kontexte ist sicherlich über das Internet besonders schwierig. - Erkenntnisgewinnung: “Fachmethoden problembezogen auswählen und anwenden – Unterschiedliche Fachmethoden, auch einfaches Experimentieren und Mathematisieren, kombiniert und zielgerichtet auswählen und einsetzen, Wissen selbstständig erwerben.”
Internetangebote besitzen die Eigenschaft geschlossen zu sein und die Fachmethoden einzuschränken oder vorzugeben. Eine vollkommen offene Gestaltung ist technisch nicht realisierbar. - Kommunikation: “Darstellungsformen selbständig auswählen und nutzen – Darstellungsformen sach- und adressatengerecht auswählen, anwenden und reflektieren, auf angemessenem Niveau begrenzte Themen diskutieren.”
Auch hier ergibt sich das gleiche Problem, wie bei der Erkenntnisgewinnung: Eine programmierte Internetplattform kann nur wenige vorgefertigte Auswahlmöglichkeiten für Darstellungsformen bieten. Schwierig wäre zudem die automatisiere Leistungsbewertung. - Bewertung: “Eigene Bewertungen vornehmen – Die Bedeutung physikalischer Kenntnisse beurteilen, physikalische Erkenntnisse als Basis für die Bewertung eines Sachverhalts
nutzen, Phänomene in einen physikalischen Kontext einordnen.”
Erneut ein bekanntes Problem: Es lässt sich wohl kaum eine programmierte, automatisierte Leistungsbeurteilung durch einen Computer für eine Aufgabe dieses Bereichs entwickeln.
In meinen Augen gibt es einige Lösungsansätze:
- Für die Erkenntnisgewinnung: Verknüpfung mit realem Unterricht oder Heimexperimente
- Für die Erkenntnisgewinnung, KommunikationundBewertung: Diskussionsforen oder andere kollaborative Werkzeuge
- Rechercheaufgaben im Internet, bei denen die Schüler die Informationsquellen oder Darstellungsformen wählen können
Aus diesen Lösungsmöglichkeiten ergeben sich jedoch wieder neue Fragen und Probleme: Wie und mit welchem Aufwand lassen sich Foren moderieren? Führt diese Zusammenarbeit auch zielführend? Werden Schüler im Internet verfügbare Informationen suchen, gezielt aussuchen und bewerten?
Ich denke, dass einige wichtige Aspekte von Aufgaben, die im Internet gestellt werden, durch die Anforderungsbereiche nicht abgedeckt werden. Eine Erweiterung oder eigene Einteilung werde ich innerhalb meiner wissenschaftlichen Hausarbeit selbst erarbeiten.






